Ein Balkonkraftwerk erzeugt seinen Strom mittags. Verbraucht wird er morgens und abends. Was in der Mittagsspitze niemand braucht, fließt unvergütet ins Netz — bei einem typischen Berufstätigenhaushalt ist das der größere Teil. Genau diese Menge holt ein Speicher zurück.
Die Ersparnis eines Balkonkraftwerks ist ein Produkt aus drei Zahlen:
Der Akku ändert am Jahresertrag nichts — die Module liefern mit und ohne ihn dieselbe Menge. Am Strompreis ändert er auch nichts. Er hebt ausschließlich den Eigenverbrauchsanteil: den Anteil des erzeugten Stroms, den du selbst nutzt statt ihn zu verschenken. Alles, was über den Speicher gesagt wird, lässt sich auf diese eine Zahl zurückführen.
Und daraus folgt sofort die unbequeme Konsequenz: Wer schon einen hohen Eigenverbrauchsanteil hat, kann durch einen Speicher kaum noch gewinnen. Wer im Homeoffice sitzt, mittags kocht und die Waschmaschine bei Sonne laufen lässt, nutzt vielleicht schon 70 Prozent direkt — nach oben bleiben dann 30 Punkte, von denen der Akku auch nicht alle holt. Wer werktags von sieben bis neunzehn Uhr aus dem Haus ist, liegt eher bei 30 bis 40 Prozent. Dort ist der Hebel groß.
Du brauchst vier Zahlen, drei davon kennst du:
Damit ergibt sich die Frage andersherum, und das ist der ehrliche Weg: Um wie viele Prozentpunkte müsste der Speicher deinen Eigenverbrauchsanteil heben, damit sich der Aufpreis in einer Zeit trägt, die du akzeptierst?
Der Rechner nimmt dir das ab — er amortisiert den Speicher-Aufpreis getrennt.
Die Zahl gewünschte Jahre ist bewusst deine Entscheidung und keine Vorgabe. Setz sie so an, wie lange du das Gerät voraussichtlich behältst.
Die naheliegende Rechnung lautet: Das Set mit Akku kostet mehr, also dauert es länger, bis es bezahlt ist. Das stimmt — aber der Abstand ist kleiner, als der Preisunterschied vermuten lässt, weil der Akku gleichzeitig die jährliche Ersparnis hebt. Drei Sets aus unserem Vergleich, gleiche Ausrichtung, 37 Cent je Kilowattstunde (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026):
| Set | Preis | spart im Jahr | bezahlt nach |
|---|---|---|---|
| Solakon 1000 W ohne Akku | 229 € | 89 € | 2,6 Jahre |
| Solarway 1000 W EcoFlow ohne Akku | 380 € | 89 € | 4,3 Jahre |
| SUNNIVA 920 W Marstek 2,24 kWh Akku | 609 € | 210 € | 2,9 Jahre |
Gerechnet mit 35 Prozent Eigenverbrauch ohne Akku — also einem Haushalt, der werktags außer Haus ist. Das Ergebnis ist unbequem für beide Lager: Gegen das günstigste Set ohne Akku verliert der Speicher. Gegen ein normal ausgestattetes gewinnt er sogar — bei mehr als der doppelten Ersparnis pro Jahr.
Als Anhalt dient der Verbrauch zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang: Kühlschrank, Router, Licht, Fernseher und einmal Kochen liegen in den meisten Haushalten zusammen bei ein bis drei Kilowattstunden. Ein Speicher, der deutlich darüber liegt, wird an den meisten Tagen nicht leergefahren — und was nicht entladen wird, spart auch nichts.
Die zweite Grenze steht auf der anderen Seite: Der Akku muss auch voll werden. 2.000 Wp liefern an einem klaren Sommertag grob acht bis zehn Kilowattstunden, im Dezember einen Bruchteil davon. Ein großer Speicher an zwei Modulen ist deshalb die schlechtere Kombination als ein mittlerer an vier. Genau deshalb steht in unseren Produkttexten immer das Verhältnis von Modulleistung zu Kapazität und nicht die Kapazität allein.
Speichersets bringen oft einen Hybrid-Wechselrichter mit, der mehr kann als 800 Watt — 1.200 oder 2.500 Watt sind bei den größeren Geräten üblich. Wird das Gerät laut Angebot mit dieser Leistung ausgeliefert, ist es kein anmeldefreies Steckersolargerät mehr: Es braucht einen eingetragenen Elektrofachbetrieb und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Amazon blendet auf solchen Angeboten selbst einen entsprechenden Hinweis ein, aber weit unten. In unserem Vergleich steht er als erster Nachteil auf der Karte. Was die 800-Watt-Regel genau erlaubt.
Drei Fälle sprechen ziemlich klar dagegen: ein bereits hoher Eigenverbrauchsanteil, eine kleine Anlage mit zwei Modulen und ohnehin überschaubarem Überschuss, und ein Haushalt, der über den Tag verteilt gleichmäßig verbraucht. In allen drei Fällen wäre das Geld in mehr Modulfläche oder einer besseren Ausrichtung besser angelegt.
Zu den Sets mit Speicher im Vergleich — dort steht zu jedem Set die Kapazität, das Speichermodell und ob es anmeldefrei bleibt.
Nein, langsamer — aber weniger deutlich, als der Preisunterschied vermuten lässt. Bei 35 Prozent Eigenverbrauch und 37 Cent je Kilowattstunde ist ein Set für 229 Euro ohne Akku nach 2,6 Jahren bezahlt, eines für 609 Euro mit 2,24-kWh-Akku nach 2,9 Jahren. Dafür spart das Set mit Akku 210 statt 89 Euro im Jahr. Gegen ein normal ausgestattetes Set ohne Akku für 380 Euro (4,3 Jahre) gewinnt der Speicher sogar. Bei 55 Prozent Eigenverbrauch kippt das Ergebnis wieder zugunsten des Sets ohne Akku.
Es hängt allein daran, wie viel Strom bisher ungenutzt ins Netz läuft. Ein Speicher erzeugt keine zusätzliche Kilowattstunde, er hebt nur den Eigenverbrauchsanteil. Wer tagsüber außer Haus ist, gewinnt viel; wer im Homeoffice sitzt und ohnehin schon einen großen Teil direkt verbraucht, gewinnt wenig. Die Rechnung dazu steht oben auf dieser Seite.
Als Richtschnur dient der Verbrauch zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, in den meisten Haushalten ein bis drei Kilowattstunden. Größer bringt nur dann mehr, wenn genug Modulfläche da ist, um den Akku auch zu füllen: 2.000 Wattpeak liefern an einem klaren Sommertag grob acht bis zehn Kilowattstunden, im Dezember einen Bruchteil davon.
Nur, wenn der Wechselrichter höchstens 800 Watt einspeist. Viele Speichersets bringen einen Hybrid-Wechselrichter mit 1.200 oder 2.500 Watt mit. Wird das Gerät laut Angebot so ausgeliefert, braucht es einen eingetragenen Elektrofachbetrieb und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Die Angabe steht in der Produktbeschreibung, meist weit unten.
In der Regel nicht. Die meisten dieser Geräte speisen ins Hausnetz ein und schalten bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Ersatzstrom kann nur ein Gerät, das einen Insel- oder Ersatzstrombetrieb ausdrücklich nennt.
Die Hersteller geben für die verbauten Lithium-Eisenphosphat-Akkus meist 6.000 bis 10.000 Ladezyklen an. Bei einem Zyklus pro sonnigem Tag sind das rechnerisch weit über zehn Jahre. Praktisch begrenzt eher die kalendarische Alterung die Lebensdauer als die Zahl der Zyklen.
Rechtslage geprüft am 9. September 2026. Wir sind keine Rechtsberatung — im Zweifel fragst du deinen Netzbetreiber oder einen Fachbetrieb.
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