Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart rund 37 Cent (Durchschnitt 2026 laut BDEW, Stand August 2026), eine eingespeiste bringt bestenfalls 7,71 — und praktisch meist null. Warum das so ist. Der Eigenverbrauchsanteil ist damit der einzige Hebel, den man nach dem Kauf noch in der Hand hat. Und der wirksamste Griff daran kostet keinen Cent.
In jedem Haushalt läuft rund um die Uhr etwas: Kühlschrank, Router, Telefon, Heizungspumpe, Standby-Geräte. Diese Grundlast liegt in vielen Wohnungen grob zwischen 80 und 150 Watt. Sie ist die Basis, auf die ein Balkonkraftwerk aufsetzt — und sie erklärt, warum schon eine kleine Anlage sofort etwas bringt: Die ersten 100 Watt Erzeugung landen praktisch immer im eigenen Haushalt.
Alles darüber ist die Frage. Wer die eigene Grundlast nicht kennt, rät bei jeder weiteren Entscheidung. Ein Energiemessgerät für eine Woche kostet wenig und beendet das Raten.
Das ist mit Abstand der beste Hebel, und er steht in keinem Produktprospekt, weil sich damit nichts verkaufen lässt. Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner haben seit Jahren eine Startzeitvorwahl. Ein Waschgang zieht je nach Programm grob 0,5 bis 1 kWh, ein Trocknergang deutlich mehr. Werden diese Gänge von abends auf mittags verlegt, wandern sie aus dem Netzbezug in den Eigenverbrauch — ohne dass man irgendetwas kauft.
Wer werktags außer Haus ist: Die meisten Geräte lassen sich am Vorabend beladen und auf den nächsten Mittag programmieren.
Alles, was Strom in Wärme oder in einen Akku steckt und dem die Uhrzeit egal ist, gehört in die Sonnenstunden:
Eine mechanische Zeitschaltuhr genügt dafür. Eine schaltbare WLAN-Steckdose kostet wenig mehr und zeigt zusätzlich, wie viel das Gerät tatsächlich zieht.
Süden liefert die höchste Jahressumme, aber als schmale Mittagsspitze — und genau die kann ein normaler Haushalt am schlechtesten aufnehmen. Zwei Module nach Osten und zwei nach Westen liefern morgens und abends, also dann, wenn tatsächlich jemand da ist. Die Summe fällt etwas kleiner aus, der selbst verbrauchte Anteil deutlich größer. Mehr zu Ausrichtung und Neigung.
Mehr Module erhöhen nicht die Spitze — bei 800 W ist ohnehin Schluss —, sondern die Stunden, in denen diese 800 W anliegen. Bei diesigem Wetter, im Winter und in den Randstunden ist das der Unterschied zwischen 200 und 600 Watt. Weil in genau diesen Stunden der Haushalt meist wach ist, landet der Zugewinn überdurchschnittlich oft im Eigenverbrauch.
Zwei Dinge im Blick behalten: Über 960 Wp braucht es eine besondere Steckdose, über 2.000 Wp ist es kein Steckersolargerät mehr. Wie viele Module sinnvoll sind.
Der Akku steht bewusst am Ende dieser Liste. Er wirkt genau auf dieselbe Zahl wie alle Punkte davor — nur teurer. Wer die Punkte 1 bis 3 nicht umgesetzt hat, kauft sich mit dem Speicher etwas, das er auch umsonst hätte haben können. Wann sich ein Speicher rechnet.
Der wirksamste Hebel kostet nichts: Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner per Startzeitvorwahl in die Mittagsstunden legen. Danach kommen Zeitschaltuhren für Boiler, Akkus und Pumpen, dann eine Ost-West-Aufteilung der Module statt reiner Südausrichtung, dann mehr Modulfläche — und erst zuletzt ein Speicher.
In vielen Wohnungen grob zwischen 80 und 150 Watt: Kühlschrank, Router, Heizungspumpe und Standby-Geräte laufen rund um die Uhr. Diese Grundlast nimmt die ersten Watt einer Anlage praktisch immer auf — deshalb bringt auch ein kleines Set sofort etwas. Wer es genau wissen will, misst eine Woche lang mit einem Energiemessgerät.
Nein. Verbrauch zu verschieben spart Geld, Verbrauch zu erfinden kostet welches. Ein Heizlüfter, der ohne Anlage nie gelaufen wäre, verbraucht auch mit Anlage Strom, der sonst gar nicht gebraucht worden wäre — und sobald er über 800 Watt zieht, kommt der Rest ohnehin aus dem Netz.
Ja, wenn der Verbrauch gleich bleibt. Mehr Module bedeuten mehr Ertrag, und der zusätzliche Ertrag fällt vor allem mittags an, wenn ohnehin schon Überschuss besteht. Der absolute Eigenverbrauch steigt trotzdem etwas, weil die 800 W über mehr Stunden anliegen — der prozentuale Anteil sinkt aber.
Eine flachere, breitere Ertragskurve statt einer schmalen Mittagsspitze. Die Jahressumme fällt etwas geringer aus als bei Südausrichtung, der selbst verbrauchte Anteil steigt aber, weil morgens und abends in den meisten Haushalten tatsächlich jemand da ist und Strom braucht.
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