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Balkonkraftwerk oder PV-Anlage auf dem Dach?

Die Frage klingt nach Entweder-oder. Meistens ist sie schon an einer anderen Stelle entschieden: Gehört dir das Dach?

Beide machen aus Sonnenlicht Strom, mit denselben Modulen. Der Unterschied liegt in der Größe, im Preis je Watt, im Aufwand — und darin, wer überhaupt die Wahl hat.

Die erste Frage: Hast du ein Dach?

Wer zur Miete wohnt, kann auf dem Dach in aller Regel nichts bauen. Für Mieter ist das Balkonkraftwerk deshalb nicht die kleine Variante, sondern die einzige — und seit Oktober 2024 eine, auf die sie grundsätzlich einen Anspruch haben (Balkonkraftwerk für Mieter). Ob es sich rechnet, entscheidet dann nicht der Vergleich mit dem Dach, sondern der eigene Verbrauch: Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Wer ein eigenes, geeignetes Dach hat, steht vor einer echten Wahl. Für diese Leser ist der Rest der Seite.

Kosten je Watt

Um zwei so verschieden große Anlagen vergleichen zu können, hilft der Preis je Watt-Peak (Wp). Ein Kilowattpeak sind 1.000 Wp.

AnlagePreis je Wp
Balkonkraftwerk ohne Speicher (15 Sets im Vergleich)0,23 bis 0,39 €
Balkonkraftwerk mit Speicher (8 Sets im Vergleich)0,41 bis 1,00 €
Dachanlage 3 bis 5 kWp, mit Montage1,34 bis 1,80 €
Dachanlage 5 bis 10 kWp, mit Montage1,10 bis 1,40 €

Balkonkraftwerke: Setpreise aus unserem Vergleich, beim Erstellen dieser Seite aus den aktuellen Daten berechnet. Dachanlagen: Marktübersicht von 42watt.de, Stand März 2026 (1.335 bis 1.800 bzw. 1.100 bis 1.400 € je kWp); das Fraunhofer ISE nennt im Mittel über alle Größen 1.015 € je kWp.

Je Watt ist das Balkonkraftwerk also ein Vielfaches günstiger. Ganz fair ist der Vergleich nicht: Im Preis der Dachanlage stecken Montage, Gerüst und Elektriker. Beim Balkonkraftwerk fehlen die Halterung, die selten im Set liegt, deine eigene Arbeitszeit und — bei mehr als 960 Wp — die Energiesteckdose, die eine Elektrofachkraft setzt. Der Abstand schrumpft dadurch, verschwindet aber nicht.

Was die Größe bedeutet

Ein Balkonkraftwerk speist höchstens 800 Watt ein und hat höchstens 2.000 Wp Modulleistung. Eine Dachanlage ist ein Vielfaches davon; die Preisübersichten rechnen mit Anlagen zwischen 3 und 20 kWp.

Mit derselben Faustregel wie auf unserer Seite zur Wirtschaftlichkeit — ein nach Süden geneigtes Modul liefert grob 800 bis 1.000 kWh je Kilowattpeak im Jahr — ergibt sich der Unterschied in Kilowattstunden:

  • Balkonkraftwerk mit 1.000 Wp: je nach Standort etwa 600 bis 900 kWh im Jahr, weil am Balkon selten ideal ausgerichtet wird.
  • Dachanlage mit 8 kWp, nach Süden: etwa 6.400 bis 8.000 kWh im Jahr.

Das Balkonkraftwerk deckt damit vor allem die Grundlast — Kühlschrank, Router, Geräte im Standby — und einen Teil dessen, was tagsüber läuft. Eine Dachanlage reicht auch für große Verbraucher. Wer eine Wärmepumpe betreibt oder ein Elektroauto lädt, kommt mit 800 Watt nicht weit.

Einspeisen: der eigentliche Unterschied im Betrieb

Nach dem EEG besteht für Inbetriebnahmen ab August 2026 ein Anspruch auf 7,71 Cent je eingespeister Kilowattstunde. Beim Balkonkraftwerk lohnt die Abrechnung in der Praxis meist nicht: Sie setzt einen Zweirichtungszähler voraus, dessen jährliche Messstellengebühr von grob 20 bis 25 Euro den Ertrag weitgehend aufzehrt. Deshalb zählt dort fast nur, was du selbst verbrauchst — Einzelheiten unter Einspeisung.

Bei einer Dachanlage verteilt sich dieselbe Gebühr auf ein Vielfaches an eingespeistem Strom. Der Überschuss, der mittags anfällt, bringt dort deshalb tatsächlich Geld ein.

Aufwand

  • Balkonkraftwerk: Bis 960 Wp und 800 W einstecken, dann innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister anmelden (so geht die Anmeldung). Bei einem Umzug kommt es mit.
  • Dachanlage: Planung und Montage durch einen Fachbetrieb, Anschluss durch einen Elektriker, Anmeldung beim Netzbetreiber. Sie bleibt am Haus.

Für wen was passt

  • Du wohnst zur Miete: Balkonkraftwerk. Eine Dachanlage steht meist gar nicht zur Wahl.
  • Eigenes Haus, geeignetes Dach, hoher Verbrauch — etwa Wärmepumpe oder Elektroauto: Dachanlage. 800 Watt sind dafür zu wenig.
  • Eigenes Haus, aber unsicher oder kleines Budget: Ein Balkonkraftwerk ist ein günstiger Einstieg und zeigt dir, wie gut Erzeugung und Verbrauch bei dir zusammenpassen.
  • Dach verschattet oder ungeeignet: Oft bleibt der Garten — siehe Balkonkraftwerk ohne Balkon.

Ob und wie ein vorhandenes Set später neben einer Dachanlage am selben Zähler weiterlaufen darf, klärt der Betrieb, der die Dachanlage plant.

In Kürze

  • Je Watt kostet ein Balkonkraftwerk ohne Speicher 0,23 bis 0,39 €, eine Dachanlage mit Montage 1,34 bis 1,80 € (3 bis 5 kWp) beziehungsweise 1,10 bis 1,40 € (5 bis 10 kWp).
  • Dafür ist die Dachanlage ein Vielfaches größer und reicht auch für Wärmepumpe oder Elektroauto.
  • Einspeisen lohnt praktisch nur bei der Dachanlage; beim Balkonkraftwerk zählt fast nur der Eigenverbrauch.
  • Für Mieter ist das Balkonkraftwerk keine kleine Variante, sondern die einzige.

Häufige Fragen

Was ist günstiger, Balkonkraftwerk oder PV-Anlage?

Je Watt deutlich das Balkonkraftwerk: Die Sets ohne Speicher in unserem Vergleich kosten 0,23 bis 0,39 Euro je Wp. Eine Dachanlage mit Montage kostet laut aktuellen Marktübersichten 1,34 bis 1,80 Euro je Wp bei 3 bis 5 kWp und 1,10 bis 1,40 Euro bei 5 bis 10 kWp. In absoluten Zahlen kostet die Dachanlage mehr, leistet aber auch ein Vielfaches.

Was kostet eine PV-Anlage pro kWp?

Laut Marktübersicht von 42watt.de (Stand März 2026) 1.335 bis 1.800 Euro je kWp für Anlagen mit 3 bis 5 kWp und 1.100 bis 1.400 Euro für 5 bis 10 kWp, jeweils inklusive Montage. Das Fraunhofer ISE nennt im Mittel über alle Größen 1.015 Euro je kWp.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk, wenn ich auch eine Dachanlage bauen könnte?

Das hängt am Verbrauch. Ein Balkonkraftwerk speist höchstens 800 Watt ein und deckt vor allem die Grundlast. Wer eine Wärmepumpe betreibt oder ein Elektroauto lädt, braucht mehr. Als günstiger Einstieg, um das eigene Verbrauchsprofil kennenzulernen, taugt es trotzdem.

Bekomme ich bei einer Dachanlage mehr für eingespeisten Strom?

Je Kilowattstunde nicht: Für Inbetriebnahmen ab August 2026 gelten 7,71 Cent. Der Unterschied ist die Menge. Beim Balkonkraftwerk zehrt die Messstellengebühr von grob 20 bis 25 Euro im Jahr den kleinen Ertrag weitgehend auf, bei einer Dachanlage verteilt sie sich auf ein Vielfaches an eingespeistem Strom.

Brauche ich für ein Balkonkraftwerk einen Elektriker?

Nicht, solange das Set höchstens 800 Watt einspeist und höchstens 960 Wp Modulleistung hat. Darüber verlangt die Produktnorm eine Energiesteckvorrichtung, die eine Elektrofachkraft setzt. Von den 23 Sets in unserem Vergleich kommen 6 ganz ohne Elektriker aus.

Kann ich ein Balkonkraftwerk beim Umzug mitnehmen?

Ja, das ist einer der Unterschiede zur Dachanlage, die am Haus bleibt. Am neuen Ort gelten dieselben Regeln: passende Steckdose, Anmeldung und — zur Miete — die Zustimmung des Vermieters.

Rechtslage geprüft am 9. September 2026. Wir sind keine Rechtsberatung — im Zweifel fragst du deinen Netzbetreiber oder einen Fachbetrieb.

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